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Taktisches Wählen 15. Januar 2008

Posted by sikk in Nicht kategorisiert.
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In Gesprächen und  Blogs zur hessischen Landtagswahl wird immer wieder ein Argument genannt, dass es ja hauptsächlich darum geht, Koch abzuwählen. Jede Stimme für die Piratenpartei sei daher eine vergebene Stimme, weil die ja die 5%-Hürde sowieso nicht knacken.

Das ist doch nichts anderes als die Pest der Cholera vorzuziehen, obwohl es ja mit der Piratenpartei was sehr gesundes zu Wahl gibt.

– Jeder, der glaubt, seine Stimme für die SPD ändere etwas am derzeitigen Zustand, irrt. Erstens ist die SPD keinen Deut besser als die CDU, sie operiert nur mit anderen Vorzeichen. Zweitens werden sich von den ca. drei Millionen Wählern (Nichtwähler rausgerechnet) jeweils über eine Million für CDU und SPD entscheiden – eine zweimillionstel Stimme oder auch mehrere tausend werden kaum das Zünglein an der Waage zwischen SchwarzGelb und RotGrün ausmachen – für die Piraten jedoch sind diese Stimmen Gold wert, denn zur Erreichung der 5% werden nur etwa 150.000 Stimmen benötigt, da haben einzelne Stimmen ein wesentlich höheres Gewicht.

– Jede Stimme, die nicht den großen Parteien gegeben wird, schwächt diese, da der prozentuale Anteil der Gesamtstimmen über die Anzahl Plätze im Landtag bestimmt. Auch die Stimmen für die Piraten- und andere Parteien sorgen so für eine geänderte Sitzverteilung zu ungunsten der großen Parteien.

– Jede Stimme für die Piratenpartei ist eine Stimme, die uns hilft, unsere Ziele zu erreichen. Selbst wenn die 5%-Hürde nicht geknackt wird, ist das ein Signal, das die anderen Parteien nicht ignorieren können. Auch die CDU nicht.

– Wenn wir noch ein paar Nicht-, Ungültig- oder Protestwähler auf unsere Seite ziehen können, ist das Ziel, in den Landtag einzuziehen schon ein ganzes Stück nähergerückt.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor, dass die Piraten die 5%-Hürde geknackt haben. Was glauben sie, wird passieren? Auf einmal ziehen Piraten in den Landtag ein, die großen Parteien kriegen plötzlich auch mit Ihren üblichen Verdächtigen keine Mehrheit zusammen (OK, außer SchwarzRot, aber das glaubt hoffentlich keiner?). Und plötzlich kann die Piratenpartei Politik im großen Stil machen, kann sich Koalitionspartner aussuchen und Ihre Ziele durchsetzen. Vielleicht einen Kultusminister stellen. Und einen Innenminister.

Nur ein Wunschtraum? Mag sein…

Kommentare»

1. jamasi - 20. Januar 2008

Genau, das „taktische“ Wählen ist einer der Gründe, weswegen unsere parlamentarische Demokratie heute nicht mehr richtig funktioniert und fast alle unzufrieden mit den Ergebnissen sind.

2. Taktisches Wählen 2.0 « Sikks Weblog - 8. November 2008

[…] November 2008 Anfang des Jahres habe ich mich noch darüber aufgeregt, dass zu viele Bürger taktisch an die Wahl herangehen, weil man gesagt hat, Koch müsse weg. Aus diesem Grund haben sehr viele Leute den vermeintlich […]


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