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von Anti Gefahr Brillen und gutmeinenden Politikerinnen 20. Februar 2009

Posted by sikk in Politik.
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Douglas Adams hat schon vor Jahren in seinem Hitchhiker’s Guide to the Galaxy auf seine ironische Art eine erstaunliche Technologie vorgestellt.

Ich darf mal aus Das Restaurant am Ende des Universums zitieren:

Es handelt sich um zwei Joo Janta 200 Super-Chromatic Gefahr-O-Sensitive Sonnenbrillen, die besonders dafür erfunden worden sind, den Leuten zu helfen, Gefahren gegenüber eine ganz entspannte Haltung anzunehmen. Bei der ersten Andeutung einer Unannehmlichkeit färben sie sich total schwarz und hindern einen so, irgendwas zu sehen, was einen beunruhigen könnte.

Da es sich dabei natürlich um eine Science Fiction Satire handelt, kann und darf man über diese Logik gerne laut lachen.

Umso trauriger ist es jedoch, dass in diesen Tagen unsere Familienministerin Frau von der Leyen mit genau diesem Konzept ein sehr sehr wichtiges Thema anzugehen versucht: Kinderpornografie soll im Internet bekämpft werden und alles, was der guten Frau einfällt, sind Super Chromatic KiPo-Sensitive Sonnenbrillen mit besonderem UvdL-Schutzfaktor.

Genauer erklärt, möchte Frau vdL verhindern, dass bestimmte Webseiten angeschaut werden. Sie hat also eine Liste mit Webseiten, vor denen sie die deutschen Bürger schützen möchte. Internetprovider sollen dafür sorgen, dass die Namen dieser Seiten nicht richtig beantwortet werden und ins Leere laufen.

Das Problem dabei ist natürlich, dass die Webserver dadurch natürlich immer noch erreichbar sind, entweder weil man über einen provider surft, der da nicht mitspielt oder weil man im Ausland sowieso dieses Problem nicht hat oder weil man die Namensauflösung dieser Webseiten sowieso anders löst (siehe dazu auch OpenDNS).

Wenn die Webserver noch vorhanden sind, ist natürlich auch die Kinderpornografie noch vorhanden, auch wenn man sie durch die Anti-Gefahr-Brillen nicht mehr sieht. Die Frage ist also, möchte Frau vdL tatsächlich den Kindern helfen oder ist sie doch nur einfach im Wahlkampf?

Wenn eine Liste mit diesen bedenklichen Webseiten vorliegt, sollte es ein leichtes sein, gegen die Betreiber und Anbieter der Seiten vorzugehen. Kinderpornographie ist in so gut wie allen Ländern dieser Welt ein strafbares Verbrechen, man müsste nur etwas besser zusammenarbeiten.

Frau von der Leyens Liste ist natürlich geheim und wird das auch ganz bestimmt bleiben. Es gibt jedoch Listen aus anderen Ländern (die waren vorher auch mal geheim), in denen man diese Netzzensur ebenfalls versucht (mit mäßigem Erfolg). Dazu hat jemand namens Scusi etwas zusammengetragen und kommt zu folgendem Schluss:

Also die meisten der Webseiten wird auf Servern in Ländern gehostet in denen eine strafrechtliche Verfolgung durchaus möglich ist. Die Deutsche Regierung muss sich dann halt auch mal Fragen lassen warum sie nichts gegen die 321 in Deutschland vorgehaltenen Angebote unternimmt.

Und das möchte ich mal genau so stehen lassen.

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Kommentare»

1. Kinderpornointernetzensur « Sikks Weblog - 25. März 2009

[…] veröffentlicht wird. Dass dies passiert, steht ausser Frage, das ist anderswo bereits passiert (ich habe ja selbst darüber berichtet) und es wird wieder […]

2. püöähh … » Blog Archive » ‘Iw je batlh / damu na Heshima - 13. August 2009

[…] übersieht mancher Kommentar ganz gerne. Ähnlich wie bei der Kinderpornografie hilft ein Ausblenden nicht wirklich weiter, denn ein Baum macht auch dann beim Umfallen Krach, wenn es keiner hört. […]


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