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Steuerfahndung kaltgestellt 14. Januar 2009

Posted by sikk in Politik.
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Ein ganz fieses Beispiel zum Thema Einflussnahme der Politik in der Ära Koch hat der Stern recherchiert, das ich eher einem Roman von John Grisham zugetraut hätte als dem realen Leben: Stern: Eiskalt abserviert

Eine kürzere Zusammenfassung findet man auch auf Telepolis: Stinkt der Fisch vom Koch her?.

Es geht in dieser Reportage darum, dass Fahnder der Frankfurter Steuerfahndung gewissen Leuten zu unbequem wurden und da diese gewissen Leute auch noch gewisse Verbindungen zu gewissen (-losen) Politikern haben, wurden sie systematisch gemobbt und abserviert.

Was immer man von Stern halten möchte, der Bericht scheint recht gut recherchiert, wenn man auch die beteiligten Personen so beschreibt, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten, die Gegenseite kommt auch nicht wirklich zu Wort.

Leider scheint diese Geschichte im Trubel der Neuwahlen und Vorweihnachtszeit etwas untergegangen zu sein. In der „Saure Gurken-Zeit“ hätte dies sicherlich einen handfesten Skandal provoziert. Grund genug, sie nochmal ans Licht zu bringen – vor der Wahl.

Trotzdem ist das Ganze ein gutes Beispiel dafür, dass man ‚Whistleblowing‘, also das anonyme Anprangern von Mißständen unbedingt fördern muss. Genau dies wird aber durch die Vorratsdatenspeicherung wirkungsvoll verhindert. Wie soll man denn heutzutage anonym einen Journalisten erreichen, der eine solche Geschichte groß rausbringen kann? Ich wüsste ein paar Wege, vielleicht sollte man mal ein Howto dazu schreiben…