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Wahlbeobachtung per Kamera 8. Oktober 2008

Posted by sikk in Politik.
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Es gibt Leute, die machen sich viele Gedanken. Z.B. wie man das Wahlgeheimnis lüften oder überlisten könnte. Da gibt es viele Möglichkeiten, wenn man nur etwas kreativ ist: Das beginnt mit Minikameras in den Wahlkabinen, wie sie auch bei Geldautomaten von Kriminellen verwendet werden, um die PIN auszuspähen, heimliches über-die-Schulter-schauen, Spiegel hinter der Wahlkabine (in einem Wahllokal, das ich mal einer Wahlbeobachtung unterzog musste eigens ein Klavier abgedeckt werden) oder am einfachsten mit Wahlcomputern, die entweder manipuliert sein können oder deren Frequenzen gescannt werden, die bei Tastendrücken leicht variieren.

In Bayern ist man da etwas pragmatischer: Man nimmt einfach eine Sparkasse als Wahllokal und nutzt die vorhandene Infrastruktur.

In Münchberg nämlich hat man einfach die Wahlkabine zwar ordentlich mit Sichtblenden nach drei Seiten und allem Pipapo ausgestattet, aber die offene Seite direkt vor die Überwachungskamera gestellt. Im Blickwinkel der Kamera war sogar ein konvexer Spiegel, der noch tiefere Einblicke ermöglichen könnte.

Der Hammer ist natürlich, dass ein Wahlhelfer die Kamera abdecken wollte, weil sich ein Wähler beschwerte, der Wahlleiter dies jedoch untersagte. Erst hieß es, es handele sich um eine Attrappe (was sich als unwahr herausstellte), später, dass die Aufnahmen dem Bankgeheimnis der Sparkasse unterliege. Allerdings wurden solche Aufnahmen auch schon für weniger mißbraucht: Überwachungskameras gegen Hundekot.

Einen ausführlicheren bericht kann man hier finden, eine Wikiseite bereitet die Sache aktuell auf (inklusive Schreiben an den Bayerischen Landtag.

Die Sache wird sicherlich noch ein Nachspiel haben…

Untergrundüberwachung 10. Oktober 2007

Posted by sikk in Politik.
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Hier mal wieder ein Beispiel, wie sehr es in den Köpfen verankert ist, man müsse unbedingt mehr überwachen:

http://www.gulli.com/news/kamera-berwachung-in-der-2007-10-10/

Die Berliner Verkehrsbetriebe wollten eine Studie in Auftrag geben, wie toll doch die Videoüberwachung dreier U-Bahn-Linien funktioniert. Dummerweise hat sich bald schon herausgestellt, dass es nicht nur nicht weniger Kriminalität gab, sondern sogar einen leichten Anstieg gab… Was natürlich nichts mit der VÜ zu tun hat.

Schnell den Auftrag storniert und stattdessen verkündet, es sei alles erfolgreich und man müsse die Überwachung ausweiten. Blöd nur, dass man vor diesem Feldversuch ausgemacht hat, dass die Ausweitung von Erfolg des Versuch abhängt.

Da muss man wohl noch ein paar weitere Studien in Auftrag geben, in der Hoffnung, dass irgendeine schon den gewünschten Erfolg zeigen wird.