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Sicherheit in München 20. Januar 2010

Posted by sikk in kurzgebloggt.
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Das ist ja mal wieder so ein Ding, wie das in München heute abgelaufen ist. Die SZ berichtet (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/552/500815/text/), was abgelaufen ist:

Nach Auskunft von Bundespolizei-Sprecher Albert Poerschke hatte gegen 14.40 Uhr ein Detektor an einer Sicherheitsschleuse auf den Laptop eines Mannes angeschlagen. Der Fluggast sollte daraufhin genauer kontrolliert werden, schnappte stattdessen aber sein Gepäck samt Laptop und machte sich rasch in den Abflugbereich davon.

Ja cool sowas. Eine Sicherheitsschleuse, es gibt einen Alarm und keiner reagiert? Der Mann hat das möglicherweise nicht mal selbst mitbekommen? Wie geht denn sowas? So eine Schnüffelnase ist bestimmt nicht billig, da kann man doch erwarten, dass es da recht heftig piepst. Die Metalldetektoren reagieren auf Gürtelschnallen und Kleingeld und piepsen dann wie bekloppt.

Aber es geht noch besser:

Obwohl der Vorfall an der Handgepäckkontrolle mit Videokameras gefilmt worden war, gelang es der Polizei zunächst nicht, den Mann zu fassen.

Die haben auch noch eine sauteure Videoüberwachung, die offensichtlich nichts bringt. Mal wieder, muss man wohl sagen. Und was nutzt die beste Videoüberwachung, wenn man sie nicht nutzen kann? Nichts, das ist rausgeschmissenes Geld.

Zwar sei das Münchner Geschehen aus der Distanz nur schwer zu beurteilen, es sei aber naheliegend, dass entweder zu wenig Personal am Kontrollschalter zur Verfügung stand oder aber die Ausbildung der Leute mangelhaft war.

Und genau hier muss man ansetzen, wenn man die Sicherheit erhöhen möchte: Mehr Leute, bessere Ausbildung. Man kann die Technik immer weiter verbessern, Videoüberwachung, Sprengstoffschnüffelmaschinen, Metalldetektoren, Nacktscanner, etc. Das alles nützt aber nichts, wenn man anschließend sagt: „Super, da können wir ja 50% Personal einsparen und Ein-Euro-Jobber hinsetzen!“ (überspitzt gesagt).

Nacktscanner werden auch wieder dafür sorgen, dass Sicherheitspersonal abgebaut werden kann. Das muss man ja auch, die kosten nämlich auch wieder ein Schweinegeld (ich habe irgendwo etwas von 150.000 Euro gelesen – pro Stück) – und das muss sich ja amortisieren.

Toll, jetzt bin ich wieder bei den Nacktscannern gelandet, wollte ich doch garnicht. Nur ein kurzer Gedanke noch: Dass die Nacktscanner keinen Sicherheitsgewinn bringen, wurde sicherlich schon hinreichend dargelegt, die kann man sehr leicht austricksen. Wenn der Computer (des Nacktscanners) dann sagt, der Terrorist kann passieren, wird das eben passieren, es gibt dann ja auch keinen Grund mehr ihn sich genauer anzuschauen. Den Job am Gerät können dann sowieso auch Studenten statt Sicherheitsfachleuten machen, die wird man auch schneller wieder los.

Wir haben also keinen Sicherheitsgewinn durch Nacktscanner aber einen Sicherheitsverlust durch weniger und schlechter ausgebildetes Personal – kein gutes Vorzeichen für die Zukunft im Flugverkehr.

Mir fällt doch noch was ein: Wenn es einen Terroranschlag trotz Nacktscannern gibt, wird man diesen Studenten dafür verantwortlich machen, dass er Mist gebaut hätte. Zur Aufklärung dieses Falles wird man dann mit Sicherheit doch noch gespeicherte Kopien der Scans vorhalten, sei es auch nur im Gerät selbst oder nur für den Geheimdienst verfügbar – ich glaube nicht, dass die Scans sofort gelöscht werden, das können die sich garnicht leisten.

Wochenrückblick 11.10.2009 – 17.10.2009 18. Oktober 2009

Posted by sikk in Wochenrückblick.
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2 comments

Hier wieder mein persönlich kommentierter Wochenrückblick über das, was uns Piraten angeht oder angehen sollte. Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Relevanz :-)
Dieser Wochenrückblick wird wie immer auf der hessischen Webseite (http://www.piratenpartei-hessen.de/aktuelles/wochenrueckblick/) und meinem Blog (https://sikk.wordpress.com) veröffentlicht.

Viel Spaß,
Sikk


2009-10-11: Amok
Debatte um Schießanlage: Schützenhilfe für Schützengilde
Jawoll: Nachdem in Winnenden der Amoklauf verherrlicht wurde, deutschlandweit Computerspieleevents abgesagt und sabotiert wurden, nachdem auch selbsternannte Amokexperten sich für Spieleverbote stark machten fördert man in Backnang, einem Nachbarort von Winnenden den Neubau des Schützenhauses mit 210.000 Euro.
Respekt für dieses Vorgehen.
BTW: Das Schützenhaus soll 2,1 Mio kosten, zu dem Preis müsste es ja olympischen Standards entsprechen. FUD: Bestimmt kann man auch für die Hälfte bauen und bestimmt ist der Bauherr ein guter Freund des Bürgermeisters…

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