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Automatische Gesichtserkennung im Einsatz 26. Februar 2010

Posted by sikk in Politik.
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Der Mainzer Feldversuch

Noch im Juli 2007 war man nicht in der Lage, Gesichter in Menschenmengen automatisch erkennen zu lassen.

Damals hatte man einen Versuch im Mainzer Hauptbahnhof gestartet, der den Stand der aktuellen Entwicklung in der Gesichtserkennung feststellen sollte. Drei Hersteller solcher Erkennungslösungen stellten einen Wust von Rechnern und Kameras auf, die auf eine Rolltreppe gerichtet waren, so dass täglich über 20.000 Menschen aufgenommen werden konnten. 200 Personen ließen sich freiwillig für die Erkennung registrieren und spielten die Lockvögel. Das Ziel war, diese Gesichter in der Menschenmenge zuverlässig zu erkennen (man versprach sich damit, Terroristen identifizieren zu können).

Doch all diese Hard- und Software funktionierte nicht wie gewünscht und scheiterte schon an einfachen Problemen mit der Beleuchtung, die sich durch den Sonnenstand im Tagesverlauf ändert oder auch daran, dass die gesuchte Person nicht geradeaus in die Kamera schaute.

Das Ende vom Lied war, dass bestenfalls (also mit Kooperation des Lockvogels) eine Erkennungsrate von 60-70% erreicht wurde und schon bei ungünstigen Lichtbedingungen versagte.

Apples iPhoto

Natürlich war klar, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sowohl die Hard- als auch die Software ausgereift genug sein würde, um eine zuverlässige Personenerkennung zu gewährleisten. Trotzdem geht es für mich schneller als gedacht:

Neulich habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der mir vom neuen Apple Notebook seiner Tochter vorgeschwärmt hat. Dabei kam er auch halb bewundernd, halb besorgt auf die Apples iPhoto zu sprechen. Die hat nämlich eine biometrische Gesichtserkennung eingebaut, die ihn offensichtlich nachhaltig beeindruckte.

Man kann dort Photos einer Person den Namen zuordnen und dann in den gesammelten Photos suchen lassen. immer wenn die Software ein ähnliches Gesicht gefunden hat, fragt sie: „Ist das (z.B.) Katharina?“ und kann das bestätigen oder auch nicht. Die Software lernt mit jedem Versuch und hat zum Schluss von ihm geschätze 80% der Fotos richtig erkannt, der Rest waren hauptsächlich Verwandte, allen voran natürlich die Mutter der Gesuchten – was die Qualität der Gesichtserkennung noch unterstreicht.

Wie gut diese Software tatsächlich funktioniert zeigte sich, als iPhoto ein Photo des Zimmers der Tochter (ohne Personen) zeigte und wieder fragte, ob das besagte Katharina sei. Er und seine Tochter mussten schon genau hinsehen, um ein Photo auf dem Nachttisch zu entdecken, das übrigens tatsächlich Katharina zeigte.

Recognizr

Nun hat Apple natürlich vergleichsweise ordentlich Rechenpower auch auf dem Notebook zur Verfügung. Doch ganz aktuell wird es noch doller:

Eine schwedische Firma hat eine Software für Handies erstellt, die anhand der eingebauten Kamera erkennt, wen man da gerade fotografiert:

Sie erkennt das Gesicht der Person und erstellt aus deren Gesichtszügen und einem ad hoc konstruierten 3D-Modell eine Identitätssignatur.

Diese Signatur wird dann an einen Server übermittelt und mit anderen in einer Datenbank gespeicherten verglichen. (via Heise)

Wohlgemerkt: Die Parametrisierung wird hier von einem Handy übernommen!

Momentan muss der andere dem noch zustimmen aber wenn man (z.B. als Staat) die Möglichkeit hätte, aus den biometrischen Fotos der Personalausweise eine solche Datenbank zu generieren und diese mit den Bildern der Überwachungskameras zu verknüpfen könnte man als Staat immer wissen, wer wann wo entlanggelaufen ist.

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, was man sich damals kaum hätte ausmalen können. Wie die Entwicklung weitergeht, können wir auch nur erahnen. Ob diese Entwicklungen positiv oder negativ ist, hängt unter anderem davon ab, wer diese Technik einsetzt und ob er tatsächlich nur auf einfache Weise Terroristen fangen oder gar ein ganzes Volk unterdrücken möchte. Aufhalten lässt sich diese Technik nicht mehr.

Sicherheit in München 20. Januar 2010

Posted by sikk in kurzgebloggt.
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Das ist ja mal wieder so ein Ding, wie das in München heute abgelaufen ist. Die SZ berichtet (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/552/500815/text/), was abgelaufen ist:

Nach Auskunft von Bundespolizei-Sprecher Albert Poerschke hatte gegen 14.40 Uhr ein Detektor an einer Sicherheitsschleuse auf den Laptop eines Mannes angeschlagen. Der Fluggast sollte daraufhin genauer kontrolliert werden, schnappte stattdessen aber sein Gepäck samt Laptop und machte sich rasch in den Abflugbereich davon.

Ja cool sowas. Eine Sicherheitsschleuse, es gibt einen Alarm und keiner reagiert? Der Mann hat das möglicherweise nicht mal selbst mitbekommen? Wie geht denn sowas? So eine Schnüffelnase ist bestimmt nicht billig, da kann man doch erwarten, dass es da recht heftig piepst. Die Metalldetektoren reagieren auf Gürtelschnallen und Kleingeld und piepsen dann wie bekloppt.

Aber es geht noch besser:

Obwohl der Vorfall an der Handgepäckkontrolle mit Videokameras gefilmt worden war, gelang es der Polizei zunächst nicht, den Mann zu fassen.

Die haben auch noch eine sauteure Videoüberwachung, die offensichtlich nichts bringt. Mal wieder, muss man wohl sagen. Und was nutzt die beste Videoüberwachung, wenn man sie nicht nutzen kann? Nichts, das ist rausgeschmissenes Geld.

Zwar sei das Münchner Geschehen aus der Distanz nur schwer zu beurteilen, es sei aber naheliegend, dass entweder zu wenig Personal am Kontrollschalter zur Verfügung stand oder aber die Ausbildung der Leute mangelhaft war.

Und genau hier muss man ansetzen, wenn man die Sicherheit erhöhen möchte: Mehr Leute, bessere Ausbildung. Man kann die Technik immer weiter verbessern, Videoüberwachung, Sprengstoffschnüffelmaschinen, Metalldetektoren, Nacktscanner, etc. Das alles nützt aber nichts, wenn man anschließend sagt: „Super, da können wir ja 50% Personal einsparen und Ein-Euro-Jobber hinsetzen!“ (überspitzt gesagt).

Nacktscanner werden auch wieder dafür sorgen, dass Sicherheitspersonal abgebaut werden kann. Das muss man ja auch, die kosten nämlich auch wieder ein Schweinegeld (ich habe irgendwo etwas von 150.000 Euro gelesen – pro Stück) – und das muss sich ja amortisieren.

Toll, jetzt bin ich wieder bei den Nacktscannern gelandet, wollte ich doch garnicht. Nur ein kurzer Gedanke noch: Dass die Nacktscanner keinen Sicherheitsgewinn bringen, wurde sicherlich schon hinreichend dargelegt, die kann man sehr leicht austricksen. Wenn der Computer (des Nacktscanners) dann sagt, der Terrorist kann passieren, wird das eben passieren, es gibt dann ja auch keinen Grund mehr ihn sich genauer anzuschauen. Den Job am Gerät können dann sowieso auch Studenten statt Sicherheitsfachleuten machen, die wird man auch schneller wieder los.

Wir haben also keinen Sicherheitsgewinn durch Nacktscanner aber einen Sicherheitsverlust durch weniger und schlechter ausgebildetes Personal – kein gutes Vorzeichen für die Zukunft im Flugverkehr.

Mir fällt doch noch was ein: Wenn es einen Terroranschlag trotz Nacktscannern gibt, wird man diesen Studenten dafür verantwortlich machen, dass er Mist gebaut hätte. Zur Aufklärung dieses Falles wird man dann mit Sicherheit doch noch gespeicherte Kopien der Scans vorhalten, sei es auch nur im Gerät selbst oder nur für den Geheimdienst verfügbar – ich glaube nicht, dass die Scans sofort gelöscht werden, das können die sich garnicht leisten.

Wochenrückblick 18.10.2009 – 24.10.2009 25. Oktober 2009

Posted by sikk in Wochenrückblick.
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Hier wieder mein persönlich kommentierter Wochenrückblick über das, was uns Piraten angeht oder angehen könnte.

Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Relevanz :-)

Dieser Wochenrückblick wird wie immer auf der hessischen Webseite (http://www.piratenpartei-hessen.de/aktuelles/wochenrueckblick/) und meinem Blog (https://sikk.wordpress.com) veröffentlicht.

Viel Spaß,

Sikk


2009-10-18: eGK
Gesundheitspolitik der neuen Koalition – Die elektronische Gesundheitskarte wird gestoppt – Deutschland – Politik – Hamburger Abendblatt
Sag bloß: Die elektronische Gesundheitskarte wird doch wieder abgeschafft? Das glaube ich aber erst, wenn es noch mehr Details dazu gibt…


2009-10-18: Überwachung
Kaspersky-Chef will Ende der Anonymität im Internet – Golem.de
Oje, der Anti-Viren-Kaspersky hätte am liebsten den Internet-Pass, um damit der Anonymität im Internet Herr zu werden. Halten wir ihm mal zu gute, dass er prinzipbedingt an der Virenfront nur das Böse im Internet sehen muss. Aber trotzdem: Wer Viren schreiben kann, kann sie auch anonym verbreiten, geholfen ist damit niemandem, im Gegenteil kann ohne eine gewisse Anonymität kein Whistleblowing stattfinden, manchmal ist es nur im Schutze der Anonymität möglich, vor Repressionen geschützt zu sein und manche Meinungen werden nur anonym ausgesprochen (ja da ist auch dummes Zeug dabei, aber das ist es allemal wert).
Nein, das Internet ist nicht schlecht, aber manche Leute sind es. Und denen kommt man mit so einem lächerlichen Pass nicht bei.


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Tagesrückblick 16.09.2009 17. September 2009

Posted by sikk in Tagesrückblick.
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2009-09-16: Bürgerrechte
Freiwilliger Verzicht auf Bürgerrechte | Einzelmeinung
Einzelmeinungs garnicht so einzelne Meinung zu Bürgerrechten und wie sich die Leute selbst die Schere im Kopf ansetzen und dass diese sich selbst zensierenden Bürger eigentlich keine Bürger sondern eher Untertanen sind wie sie sich die Oberen(TM) nicht besser wünschen können und daher Möglichkeiten nutzen, die Grundrechte nicht explizit sondern eher implizit durch prügelnde Polizisten und Androhungen von Hausdurchsuchungen beschneiden klingt erstmal ein bisschen nach Verschwörungstheorie wird aber durch Lesen des Blogeintrags klarer als ich es in diesem verflucht langen Bandwurmsatz jemals erklären könnte ohne mich in Widersprüche zu verstricken. ;-) (mehr …)

Tagesrückblick 14.09.2009 14. September 2009

Posted by sikk in Tagesrückblick.
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Bis zur Bundestagswahl möchte ich mal meine Wochenrückblicke täglich bringen, also Tagesrückblicke daraus machen. Falls es an einem Tag mal nicht klappt, gibts den eben am nächsten Tag noch mit.
Mal gucken, ob ich das durchhalte ;-)
Ciao, Sikk


2009-09-14: Fail
Zum Interview mit der „Jungen Freiheit“ « Andis Blog
Tja, da ist dem Andi wohl ein Fehltritt passiert: Die Junge Freiheit, ein scheinbar rechtslastiges Blatt, hat ihn überrumpelt und interviewed. Das wird ihm nun angelastet, wie man an den Kommentaren auch lesen kann.
Jetzt ist es aber auch nicht so, dass man weder durch die Aufnahme in die Piratenpartei noch durch die Wahl in den Landes- oder Bundesvorstand plötzlich zum gewitzten wohlüberlegten Medienprofi wird, an dem Stress und Übermüdung einfach ab perlt und in jeder Situation Herr der Lage ist. So kann das passieren, was laut Jörg Tauss auch schon Egon Bahr und Peter Glotz passiert ist.
Wichtig ist nun jedoch, wie man damit umgeht: Und hier reagiert Andi meiner Meinung nach vorbildlich: Er erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat und lernt daraus. Und das vielleicht wichtigste: Er versucht nicht, die Sache unter den Teppich zu kehren und die Sache auszusitzen, wie es die Etablierten(TM) tun würden. Das unterscheidet die Piraten vom Rest. Beim nächsten Mal macht er es besser.


2009-09-14: Polizei #fsa09 CCC
CCC | Chaos Computer Club fordert bundeseinheitliche Nummernschilder für Polizisten
Im Zuge der Ermittlungen um den Einsatz ‚einfacher körperlicher Gewalt‘ im Umfeld der #fsa09 fordert der CCC nun die Einführung von eindeutigen Kennzeichnungen für Polizisten, um diese Fälle besser aufklären zu können.


2009-09-14: Polizei #fsa09
Fefes Blog
Fefe findet immer so viel Zeug, weiss nicht, wo er das immer her hat. Hier gibts jedenfalls noch ein paar neue Infos zu den Übergriffen der Polizisten…


2009-09-14: Polizei #fsa09
Chaos Computer Club überwacht Polizei: „Das wurde dezidiert gefilmt“ – taz.de
Und noch ein gespräch zwischen taz und CCC über die Videos, die gedreht wurden und den scheinbaren Widerspruch der Gegenüberwachung.


2009-09-14: Polizei JuPis
Fotos der Mahnwache der Jungpiraten – Nics BlogHaus
Hier ein paar Bilder der Mahnwache gegen unverhältnismäßige Polizeigewalt.


2009-09-14: Zensur Video
RetteDeineFreiheit.de – Rette deine Freiheit
Der Autor des Du-bist-Terrorist.Videos hat was neues gebastelt. Diesmal wird allerdings sehr überspitzt dargestellt, wie das mit der Internetzensur funktioniert. ich hoffe nur, das ist nicht zu überspitzt und dass CDU-Leute das nicht sehen, die fühlen sich sonst möglicherweise in ihrer Meinung bestätigt…

Wochenrückblick 02.08.2009 – 08.08.2009 9. August 2009

Posted by sikk in Wochenrückblick.
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Hier wieder mein persönlich kommentierter Wochenrückblick über das, was uns Piraten angeht oder angehen sollte. Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Relevanz :-)
Dieser Wochenrückblick wird wie immer auf der hessischen Webseite (http://www.piratenpartei-hessen.de/aktuelles/wochenrueckblick/) und meinem Blog (https://sikk.wordpress.com) veröffentlicht.

Viel Spaß,
Sikk


2009-08-02: Generationenkonflikt
„Kein Hort von Jugendlichkeit“ – heute.de Nachrichten
Einen besonderen Aspekt des Generationenkonflikts kann man am Altersdurchschnitt aktueller Parteien ablesen. Die Grünen sind stolz darauf, einen Altersdurchschnitt von 46,8 Jahren und damit unter 50 zu haben. Andere Parteien sind durchweg älter: Die FDP mit 51, die CDU mit 56,4 und die SPD mit 58 Jahren werden nur noch durch die Linke getoppt, die es auf 62,5 Jahre bringen (im LV Sachsen sind es knapp 70!).
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